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    Gebete und Gedichte

    Ich schreie zu Gott

    Von Klaus Eulenberger

    Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht, ich stehe da, und du bemerkst mich nicht. Aufgewühlt ist mein Inneres, und es kommt nicht zur Ruhe. (Hiob 30,20.27 a, Neue Zürcher Übersetzung)

    Ja, ich schreie zu dir, Gott. Hörst du es nicht? Bin ich dir fremd geworden? Du bist es doch, der mir Stimme und Sprache gegeben hat. Du solltest mich an meinem Schreien erkennen. Aber du bist für mich wie ein schalltoter Raum, in dem ich nichts anderes höre als meine eigene Stimme.

    Warum antwortest du nicht? Warum gibst du mir kein Zeichen? Ich schreie zu dir, und du hörst es nicht. Ich will, dass du mich ansiehst, und du tust, als gäbe es mich gar nicht. Warum machst du das mit mir? „Aufgewühlt ist mein Inneres, und es kommt nicht zur Ruhe.“ Ich will ja nicht viel. Ich will nur wissen oder spüren, dass ich nicht von dir verlassen bin, gerade jetzt nicht.

    Was wir brauchen

    Von Klaus Eulenberger

    Gott, du weißt, was wir brauchen:
    Einen Raum, der uns in unserem Entsetzen hält
    und den Schmerz in sich aufnimmt.
    Worte, die für uns in unserer Sprachlosigkeit sprechen.
    Hände, die uns verbinden mit anderen Menschen.
    Ohren, die sich nicht verschließen vor dem Schrei aus der Tiefe.
    Du, Gott, weißt noch besser als wir, was wir brauchen.
    Denn du bist uns näher, als wir selbst uns je nahe sein können.
    Auch jetzt bist du es.
    Lass uns nicht versinken in dem Abgrund, den der Tod reißt.

    Glaubensbekenntnis in schweren Zeiten

    Von Vera-Sabine Winkler, Theologin und Autorin - theoposie.de

    Ich glaube,
    dass Gott meine Tränen sammelt
    im unendlichen Meer der Liebe
    und mir nahe bleibt,
    wenn ich das Weite suche.

    Ich glaube,
    dass Jesus meine Tränen trocknet
    mit der unendlichen Kraft der Liebe
    und mich aufrichtet,
    wenn ich am Boden liege.

    Ich glaube,
    dass Geistkraft meine Tränen wandelt
    durch das unendliche Lied der Liebe
    und mich bewegt,
    wenn ich in Starre falle.

    Ich glaube,
    dass Gott meine Tränen sammelt
    im unendlichen Meer der Liebe,
    damit ich liebe und lebe
    jetzt und immer.
    AMEN

    Ich möchte loslassen

    Von Carmen Berger-Zell

    Gott, sie sagen zu mir: Lass los!
    Ich kann es nicht.
    Meine Liebe loslassen?
    Wie grausam klingen diese Worte.

    Bitte hilf mir.
    Meine Erinnerungen sind mir wie kostbare Perlen.
    Ich will sie bewahren und nicht loslassen.

    Wenn schon loslassen, dann hilf mir loszulassen,
    was nicht mehr möglich ist.
    Aber hilf mir auch, zu bewahren, was möglich war.
    Amen.

    Um Mitternacht

    Textcollage zu Psalm 77,3 – 5 und Psalm 31,6

    Von Doris Joachim-Storch

    Auszüge aus den Psalmen 77 und 31 werden hier in ein Verhältnis zu dem Gedicht „Um Mitternacht“ von Friedrich Rückert (1788 – 1866) gebracht. Gustav Mahler (1860 – 1911) hat es in wunderbarer Weise vertont.

    Um Mitternacht
    Hab’ ich gewacht
    Und aufgeblickt zum Himmel;
    Kein Stern vom Sterngewimmel
    Hat mir gelacht
    Um Mitternacht.

    Psalm 77,3a
    In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn.

    Um Mitternacht
    Hab’ ich gedacht
    Hinaus in dunkle Schranken;
    Es hat kein Lichtgedanken mir Trost gebracht
    Um Mitternacht.

    Psalm 77,3 b
    Meine Hand ist des Nachts ausgestreckt und lässt nicht ab;
    denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

    Um Mitternacht
    Nahm ich in Acht
    Die Schläge meines Herzens;
    Ein einz’ger Puls des Schmerzens
    War angefacht
    Um Mitternacht.

    Psalm 77,4
    Ich denke an Gott – und bin betrübt;

    Ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten.
    Um Mitternacht
    Kämpft’ ich die Schlacht,
    o Menschheit, deiner Leiden;
    Nicht konnt’ ich sie entscheiden
    Mit meiner Macht
    Um Mitternacht.

    Psalm 77,5a
    Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen;
    Ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

    Um Mitternacht
    Hab’ ich die Macht
    In deine Hand gegeben;
    Herr über Tod und Leben
    Du hältst die Wacht
    Um Mitternacht.

    Psalm 31,6a
    In deine Hände befehle ich meinen Geist.

    Mit Tränen gesät

    Meditation zu Psalm 126 am Totensonntag

    Von Doris Joachim-Storch

    Es sollte zuvor der ganze Psalm gelesen worden sein. Die Einwürfe beim ersten Teil der Meditation können natürlich auch andere sein. Sie können besondere Trauerfälle des vergangenen Kirchenjahres aufnehmen. Auf jeden Fall ist es gut, die Sätze kurz zu halten.

    Mit Tränen gesät.
    Der Tag der Beerdigung.
    In den Arm genommen werden.
    Andere in den Arm nehmen.

    Mit Tränen gesät.
    Briefe bekommen.
    Dankbriefe schreiben.
    Versicherungsunterlagen sortieren.

    Mit Tränen gesät.
    Die Bilder der Verstorbenen ansehen.
    Durch die leere Wohnung gehen.
    Das Grab besuchen.

    Mit Tränen gesät.
    Wohnung auflösen.
    Altkleider wegbringen.
    Überlegen, was bleiben soll.

    Mit Tränen gesät.
    Dasitzen und traurig sein.
    An früher denken.
    Ein kleines Lachen wagen.

    Mit Tränen gesät.
    Verstehen, dass Trauer Zeit braucht.
    An die Toten denken.
    Spüren, dass die Schmerzen weniger werden.

    Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
    Verstehen, dass auch die Freude Zeit braucht.
    Ein größeres Lachen wagen.
    Von der Zukunft träumen.

    Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten

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    Ich möchte Trost

    Von Carmen Berger-Zell

    Behütet sein,
    mich getröstet fühlen,
    das wünsche ich mir, Gott,
    dass einer bei mir ist,
    mir beisteht,
    nicht mit vielen Worten, nein.

    Mit einer Hand,
    die mich hält,
    wenn ich wanke,
    mit einer Decke,
    die mich wärmt,
    wenn ich friere,
    mit Achtsamkeit
    für das, was ich brauche,
    das wünsche ich mir.

    So leer

    Von Vera-Sabine Winkler, Theologin und Autorin - theoposie.de

    Monotoner Sprechgesang

    so leer, so schwer
    so leer, so schwer
    es schmerzt so sehr
    dein tod, dein tod
    es schmerzt so sehr
    die not, die not
    es schmerzt so sehr
    dein tod, dein tod

    wer hilft mir, wer
    so leer, so schwer
    so leer, so schwer
    wer hilft mir, wer

    zu schreien, zu schreien
    mich zu befreien, mich zu befreien

    mich
    zu
    befreien
    von allem, von allen
    von allem, von allen
    nur nicht
    von
    dir

    Totengebet

    Von Carola Moosbach, aus Himmelsspuren.
    Gebete durch Jahr und Tag, Neukirchen-Vluyn 2001
    carola-moosbach.de

    Wir denken an dich
    wir sprechen von dir
    wir trauern um dich
    heute und immer wieder
    sollst du in uns lebendig werden
    durch unsere Worte
    durch unsere Hoffnung
    durch unsere Liebe zu dir
    heute und immer wieder
    vermissen wir dich
    so sehr
    Gott schenke uns Tränen
    Gott werde uns Kraft
    Gott berge dich halte dich
    sanft

    Kleines Gebet

    Von Carola Moosbach - carola-moosbach.de

    Heute bete ich ein bißchen
    grabe nach Wörtern aus der Tiefe
    spreche mich ins Freie

    Heute weine ich ein bißchen
    löse die Schmerzen in Tränen auf
    hoffe auf Deinen Frieden

    Heute erzähle ich Dir ein bißchen
    kann gar nicht sagen wie weh es tut
    größer als alle Worte

    Heute heile ich wieder ein bißchen
    heute weiß ich Du trägst mich Gott
    weiter von Tag zu Tag

    Ich möchte weinen

    Von Wolfgang Teichert

    Einsamer nie als jetzt,
    wenn der Tag weicht.
    Verlassen.
    Plötzlich.

    In welche Gestalt ist die schöne Seele gewandert?
    Kein Sehen mehr, kein Berühren, kein Hören.

    Mitleid? Bitte Gott,
    verschone mich.
    Tränen, schenk sie mir,
    verlässliche Salztropfen
    meines inneren Meeres.
    Amen.

    Leben ohne dich

    Von Carmen Berger-Zell

    Tot
    immer wieder
    ertönt in mir die Nachricht, die mir den Atem nahm
    immer noch
    tot

    leben
    immer wieder
    schmerzt mich die Stimme, die mir deinen Tod brachte
    immer noch
    leben

    auferstehung
    immer wieder
    erklingt in mir die Erinnerung, die Tränen gebärt
    immer noch
    auferstehung

    Segen

    Von T. O. - www.trauerseelsorge.de

    Gott helfe dir,
    dass du beweinen kannst,
    was du verloren hast,
    ohne in der Trauer
    Wurzel zu schlagen.

    Gott halte dich aus
    in deiner Wut
    auf ihn und das, was dich kränkt,
    ohne im Unversöhnlichen
    zu erstarren.

    Gott schenke dir
    seinen heilenden Frieden,
    damit Vergangenes
    leicht in dir ruhen kann
    und Erinnerung
    dir nicht mehr weh tut.

    Gott segne dich
    und schenke dir Zuversicht,
    wo du nur Ohnmacht spürst,
    damit du aufstehst,
    dein Leben zu wagen.

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